Das Privileg des Menschseins

Wir sind Menschen und genau das ist unser größtes Privileg. Wir sind das höchst entwickelte Säugetier, wir haben das komplexeste Gehirn, wir haben mehr Rechte als alles andere auf dieser Welt – Gott höchst selbst soll uns geschaffen und uns die Regentschaft über die Welt gegeben haben. Doch was genau gibt uns dieses Privileg? Was macht uns Menschen denn zu dem höchsten entwickelten Lebenwesen? Was macht Menschen überhaupt aus?

Es scheint uns leicht zu fallen, zu erkennen, was Menschm was Tier, was Sache ist. Doch über eine Definition denken wir in den meisten Fällen nicht nach. Wer Lust auf die Fortsetzung von „Ted“ hat, wird über dieses Problem der Definierbarkeit eines menschlichen Wesens stolpern. Hauptakteur ist hier ein scheinbar zum Leben erwachter Teddybär, der ordentlich auf den Putz haut. Um seiner Beziehung neuen Schwung zu geben, will er mit seiner Frau eine Familie gründen, was die Behörden auf ihn aufmerksam werden lässt, welche ihm seine menschlichen Rechte entziehen. Ted will diese nun wieder einklagen und der Fall landet vor Gericht. Wie würden wir in diesem Fall als Geschworener oder Richter entscheiden? Ein Teddybär aus Baumwolle, ohne Organe, Blut oder sonstige biochemische Prozesse, die normalerweise im Körper eines Menschen ablaufen. Keine Abfallprodukte, die ausgeschieden werden können, zu keinem Geschlechtsakt fähig und offensichtlich ohne Gehirn. Er kann aber sprechen, fühlen, sich von alleine bewegen, hat Gedanken und kann vor allem Drogen konsumieren. Er hat also ein menschliches Bewusstsein in einem unmenschlichen Körper. Kann nur das Zusammenspiel von beidem einen Menschen definieren?

Einige Philosophen vertreten diese Meinung  und bestimmte „Indikatoren des Menschseins“, zu denen z.B. Autonomie, Selbstbewusstsein und Kommunikation gehören. Dazu muss der Fötus, der zu einem Homo Sapiens führt, von zwei ebendieser Spezies gezeugt worden sein. Dabei fällt das Urteil, dass die Menschen, die sich selbst nicht als „distinkte Entität“ begreifen können, auf die also die Indikatoren des Menschseins nicht vollständig zutreffen, auch kein Recht auf Leben haben. Schön und Gut und wahrscheinlich können sich die Meisten von uns damit auch identifizieren – doch Babys, manchmal sehr alte, kranke Leute oder gar geistig Behinderte wären dann keine „wirklich menschlichen Wesen“, die z.B. laut Peter Singer kein Recht auf Leben haben. Das, was die Philosophen mit ihren Indikatoren beschreiben, macht höchstens einen weitgehend gesunden Menschen ab einem bestimmten Alter aus.

Von einem Menschen an sich ist wahrscheinlich tatsächlich ab einem Fötus, der von Homo Sapiens gezeugt worden ist zu sprechen, womit Ted keine menschlichen Rechte haben sollte.Doch das alleine macht den Menschen doch auch nicht zum Regenten der Welt. Kann man Teds Eigenschaften tatsächlich so leicht ausblenden?

Ist der eigentliche Indikator des Menschseins ausschließlich das Selbstbewusstsein oder gar Mitgefühl? Doch auch bei diesem weiß ich nicht, inwiefern Kinder und gristig Behinderte dazu im Stande sind, sich zum Beispiel selbst zu reflektieren. Vielleicht ist es einfach das menschliche Gehirn, egal ob es vollkommen funktionsfähig ist oder Defizite aufweist. Irgendwie ein Fall, der für mich nicht zu einem klaren Abschluss gebracht werden kann…

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